Prof. Dr. Franz Mersi

Geboren wurde Franz Mersi am 22.11.1930 in Baden-Württemberg. Sein Abitur absolvierte er 1950 am Schiller-Gymnasium in Offenburg. 1952 legte Franz Mersi das Lehrerexamen am Pädagogischen Institut in Heidelberg ab und wurde 1953 von der Volksschule an die Staatliche Blindenschule in Ilvesheim bei Mannheim versetzt.

Denjenigen, die zwar mehr oder weniger schlecht sahen, die jedoch nicht blind waren, galt seine besondere pädagogische Aufmerksamkeit.

Nach seiner Ausbildung zum Blindenlehrer (1955 – 57) in Düren und einem Jahr an der Volksschule in Mannheim wurde er mit dem Auftrag betraut, eine besondere Abteilung an der Staatlichen Blindenschule in Ilvesheim für sehbehinderte Kinder und Jugendliche aufzubauen. Die dort gewonnenen Erfahrungen bildeten den Grundstock für seine Beteiligung an der Ausbildung von Blinden- und SehbehindertenlehrerInnen in Heidelberg. Das führte schließlich zu seinem berufsbegleitenden Zweitstudium an der Universität Heidelberg mit dem Abschluss der Promotion 1970. 1971 wurde er an das Sonderpädagogische Institut der Hochschule Heidelberg versetzt und erhielt dort nach Dozentur einen Lehrstuhl für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, den er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1992 wahrnahm.

Prof. Dr. Franz Mersi hat vielfältige Bücher und Artikel in Fachzeitschriften zu Fragen der Sehbehindertenpädagogik veröffentlicht.

Offiziell seit dem Schuljubiläum der “Schule für Sehbehinderte, Hannover” im Mai 2004 trägt das Förderzentrum Sehen den Namen “Franz-Mersi-Schule”.

Die Entscheidung fiel auf den Namen von Prof. Dr. Franz Mersi, weil er als Professor der Sehbehindertenpädagogik an der UNI Heidelberg in seinem Lebenswerk deutlich darauf hingewiesen hat, dass sehbehinderte Kinder und Jugendliche einen speziellen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, der sich von dem anderer Kinder und Jugendlicher, auch dem von blinden Kindern und Jugendlichen, unterscheidet. Er hat schon vor über 30 Jahren ein flexibles und differenziertes Bildungssystem, mit heutigen Worten ein “inklusives” System, gefordert, in dem jeder nach seinen individuellen Bedürfnissen einen angemessenen Förderort finden kann. Diesem pädagogischen Gedankengut fühlt sich diese Schule verpflichtet.